Mühlviertler Bergkräuter

Im Mühlviertel ist die Kultivierung von Kräutern seit dem 13. Jahrhundert belegt. Im Stift Schlägl gab es zu dieser Zeit bereits einen Kräutergarten. Die Kräuter wurden sowohl in der Kirche als auch in der Stiftsapotheke verwendet. Die Kräuter aus dem Mühlviertel wurden im 19. Jahrhundert sogar bis an den kaiserlichen Hof gebracht. Das Kräuter- und Beerensammeln war eine wichtige Nebenerwerbstätigkeit in der Region und Kräuter wurden auch als Heilmittel selbst gesammelt.

Seit den 1980ern wurden die „Österreichische Bergkräutergenossenschaft“ und eine Bergkräuter-Genossenschaft in Hirschbach gegründet, die auch eine Trocknungsanlage errichtete. Später schlossen sich die Bauern aus Hirschbach an die Bergkräutergenossenschaft an.

Im Mühlviertel werden etwa 37 Tee- und Gewürzkräuter angebaut oder in der Umgebung gesammelt. Unter anderem sind das Ringelblume, Pfefferminze, Zitronenmelisse, Goldmelisse, Holunderblüten, Hopfen, Bohnenkraut, Johanniskraut, Käsepappel, Ysop, Dill, Erdbeerblätter, Brennnessel, Scharfgarbe, Malve und Löwenzahn.

Aus den Mühlviertler Bergkräutern werden über 140 verschiedene Produkte erzeugt. Dazu zählen Tees, Gewürze und Gewürzmischungen, Kräuterbäder, Kräuterkissen, Gewürzsalze, Kräuteressig, Öle und Blütenzucker.

Die Hauptanbaugebiete der Genuss Region Mühlviertler Bergkräuter sind in den Gemeinden Hirschbach, Schenkenfelden, Königswiesen, Liebenau, Sarleinsbach und Putzleinsdorf in den politischen Bezirken Freistadt und Rohrbach.

Foto © Rita Newman