Säen – Ernten – Genießen: Gemüse im Jahresverlauf


4. Mär 2022

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Jetzt ist die Zeit, sich damit zu beschäftigen, wenn man selbst Gemüse anbauen will. Die 6 wichtigsten Fragen für Anfänger und die 3 häufigsten Fehler werden aufgezeigt. Gemüsebauexperten geben Tipps für Einsteiger und „alte Hasen“.

Die wichtigsten 6 Fragen vor dem ersten Gemüseanbau

  1. Wo soll mein Gemüse wachsen?
    Jede Pflanze benötigt etwas anderes, die Bodeneigenschaften (sandig, lehmig, etc.) sind zu berücksichtigen. Die Stellen im Garten, an denen im Frühjahr der Schnee als erstes schmilzt, sind die richtigen für das Gemüsebeet. Pflanzen brauchen gute Erde und möglichst viel Sonne.
     
  2. Wie viel Platz gibt es?
    Auch am Fensterbrett ist Platz für eigenes Gemüse. Minigurke „Melothria“ und niedrig wachsende Cocktailtomaten gedeihen auch im Kübel. Im Garten daran denken: Bohnen wollen hoch hinaus ranken, Paradeiser lieben es wind- und wettergeschützt und Kürbis breitet sich aus. 
     
  3. Wie viel Zeit muss man aufwenden?
    Es fällt im Jahresverlauf unterschiedlich viel Arbeit an. Im Mai gibt es viel Unkraut zu jäten, im Hochsommer muss man häufig gießen, im September gibt es viel zu ernten. 2 Arbeitsstunden pro Woche sollte man für ein Gemüsebeet zumindest einrechnen.
     
  4. Was baut man am besten an? 
    Das Lieblingsgemüse! Für den Start eignen sich vor allem Rucola, Radieschen oder Mangold. Manche Pflanzen schützen einander vor Schädlingen wie z.B. Zwiebel und Karotten. Andere unterstützen einander beim Wachsen, z.B. Sonnenblumen die hochrankende Gurke. Diese sollte man nebeneinander pflanzen.
     
  5. Welche Ausstattung benötigt man?
    Mit Spaten oder spitzer Schaufel, Gießkanne, Harke und natürlich Handschuhen ist man gut ausgerüstet. Wenn man Gemüse in Töpfen anbaut, ist ein Bewässerungssystem hilfreich, da die Erde in Töpfen schneller austrocknet als in Beeten.
     
  6. Setzt man Samen oder Jungpflanzen?
    Jungpflanzen sind teurer als Samen, aber einfacher im Umgang. Die Pflanzen sind größer, vor Schädlingen besser geschützt und haben einen Wachstumsvorsprung. Selbst aus Samen zu ziehen ist nichts für Ungeduldige. Man kann die Samen in Töpfe setzen und geschützt im Haus heranwachsen lassen, das nennt man Vorziehen. Mitte Mai werden sie draußen ausgesetzt. Wenn man Gemüsesamen direkt ins Beet sät, haben sie manchmal Startschwierigkeiten, sind aber von Anfang an gut an niedrige Nachttemperaturen, Wind und intensive Sonnenstrahlung angepasst.

Die ersten Schritte zum eigenen Gemüse

in gut vorbereiteter Boden bzw. die richtige Erde sind wichtig für den Ernteerfolg. Im Gemüsebeet sollte der Boden locker, die Erde mit Kompost angereichert und gut vorbereitet sein. „Ein Boden kann innerhalb von kurzer Zeit verschlechtert, benötigt aber viele Jahre, um wieder verbessert zu werden. Der Boden ist unser kostbarstes Gut.“ macht Johannes Hämmerle deutlich. Der Landwirt baut in Vorarlberg Gemüse und Kürbisse an. 
Wann die Samen in die Erde ausgesät werden, hängt vom Wetter ab. Das Vorziehen von Jungpflanzen erfolgt in Innenräumen geschützt, also kann schon früh gestartet werden. Ein Blick in den Mondkalender ist empfehlenswert, damit die Saat gut aufgeht.

Zeitpunkt für die Aussaat:

  • Ende Februar und März: 
    direkt ins Beet: Bohnen, Frühkarotten, Spinat
    für das geschützte Vorziehen: Tomaten, Melanzani, Paprika, Kohlrabi
  • April:
    direkt ins Beet: Mangold, Radieschen, Rucola
    für das geschützte Vorziehen: Gurke, Kürbis, Rote Rübe, Zucchini
  • Mai und Juni:
    direkt ins Beet: Rote Rübe, späte Karotten, Stangenbohnen
    für das geschützte Vorziehen: Grünkohl, Lauch, Knollenfenchel
  • Juli:
    direkt ins Beet: Steckrüben, Speiserüben
    für das geschützte Vorziehen: Winter-Kopfsalat
  • August und September:
    direkt ins Beet: Vogerlsalat, Spinat
    für das geschützte Vorziehen: Chinakohl, Radicchio
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Gemüsepflanzen richtig setzen

Manche Pflanzen wie Tomaten, Gurken und Paprika sind frostempfindlich. Man sollte bis Mitte Mai mit dem Aussetzen der ins ungeschützte Beet warten. Gärtnerin Marianne Ganger empfiehlt: „Alles braucht seine Zeit. Alles mit Geduld mal Liebe mal Vertrauen angehen!“

Zeitpunkt für's Setzen:

  • Ende Februar und März: Artischocke, Topinambur, Zwiebeln
  • April: Kohlrabi, Rotkraut, Rucola, Weißkraut
  • Mai: Karfiol, Brokkoli, Gurke, Paradeiser, Zucchini, Sellerie, Paprika
  • Juni: Knollenfenchel, Erdäpfel, Kürbis
  • Juli: Chicorée, Endivien, Lauch
  • August und September: Chinakohl, Steckrübe
  • Oktober: Winter-Kopfsalat

Die 3 häufigsten Fehler beim Gemüseanbau

  1. Zu wenig Platz: Beim Aussetzen der Jungpflanzen sollte der empfohlene Abstand eingehalten werden, sonst behindern die Pflanzen einander später beim Wachsen.
     
  2. Zu früh jäten: Damit man die kleinen Gemüsepflanzen nicht versehentlich entfernt, sollte man etwas abwarten, bis man sie deutlich von Unkraut unterscheiden kann.
     
  3. Richtig Gießen: Danach fragen Marianne Gangers Kunden am häufigsten: „Das Wichtigste ist, die jungen Pflanzen mit ihrem Wurzelballen vor dem Einpflanzen kurz in Wasser zu tauchen, dann erst in die Erde setzen und zugießen.“ Der Erdboden sollte locker sein. Lieber seltener gießen, dafür ausgiebig. 

Johannes Hämmerles Tipp lautet: „Mach‘ was du für richtig hältst, denn irgendjemand wird immer anderer Meinung sein“. Wenn man ein Gemüse selbst anbaut, macht man es jedes Jahr ein bisschen anders, und hoffentlich besser.

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Unsere Saisonen: jetzt kann man Gemüse ernten

Der richtige Erntezeitpunkt hängt wieder mal von Wetter, Standort und Anbaumethode ab. In der Gärtnerei Ganger in Wien werden in Kalenderwoche 5 Gurken-, Paradeiser- und Melanzanipflanzen gesetzt, und die ersten Gurken Mitte März geerntet. „Im Freien sind wir natürlich von der Witterung abhängig. Im geschützten Anbau können wir die empfindlichen Fruchtkulturen schützen, haben aber einen größeren Aufwand an Energie, Nützlingseinsatz und intensiver Pflege.“ so Marianne Ganger. Salatgurken werden in unseren Breiten vor allem im Glashaus oder Folientunnel angebaut. Feldgurken wachsen im Freiland und können ab Juni geerntet werden. Im Westen des Landes herrscht ein anderer Rhythmus. Johannes Hämmerle hat seine Landwirtschaft im Rheintal in Vorarlberg, er beginnt im März mit dem Vorziehen der Kohlgewächse. Im Mai bereitet er die die Gemüsefelder mit kompostiertem Mist vor, die ersten Kürbisse können im August geerntet werden.

Erntekalender: Reifes Gemüse im Freiland und Gemüsebeet:

  • März und April: Endivien, Vogerlsalat, Grünkohl, Kopfsalat, Lauch, Radieschen, Schwarzwurzel, Topinambur
  • Mai und Juni: Artischocken, Gurke, Karotten, Kohlrabi, Zuckererbsen
  • Juli: Auberginen, Brokkoli, Gurke, Kürbis, Mangold, Rote Rübe
  • August und September: Zuckermais, Tomaten, Paprika
  • Oktober und November: Karfiol, Chinakohl, Grünkohl, Pastinake, Rotkraut, Weißkraut, Kohl, Süßkartoffeln
  • Dezember bis Februar: Vogerlsalat, Chicorée, Lauch, Mangold, Kohlsprossen, Schwarzwurzeln, Spinat

Mitte September gibt es von allem reichlich. Nun ist die tägliche Aufgabe eine Mahlzeit aus den frischen Zutaten zu kochen.

Im Gemüsegarten lernen

Wer sein eigenes Gemüse erntet, kann sich glücklich schätzen. Man spürt die Arbeit, die Gärtner und Landwirte täglich leisten, am eigenen Leib. Man lernt, dass man Wetterschwankungen, Schädlingen und Extremsituationen wie Spätfrost oder Hagel ausgeliefert ist. „Die meisten Kunden sind der Meinung, dass die Qualität von Jahr zu Jahr gleich sein sollte. Aufgrund klimatischer Bedingungen ist dies im Freilandgemüsebau nicht möglich, deshalb leisten wir viel Aufklärungsarbeit und informieren die Kunden über die aktuellen Produkteigenschaften,“ erklärt Johannes Hämmerle. Die „alte Hasen“ unter den Gemüsebauern möchte Marianne Ganger erinnern: „Man kann nichts an den Ohren ziehen!“

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