Weihnachten regional: Der Festtags-Tisch der Bundesländer


24. Nov 2025

Weihnachten © Netzwerk Kulinarik/pov.at

Schlemmen gehört zu Weihnachten wie Schlagobers zur Sachertorte: Man kann darauf verzichten, aber es wäre nur die halbe Miete. Und woher sollte man ohne das genüssliche Schlemmen zuvor seine Neujahrsvorsätze nehmen?

Jede Familie hat natürlich ihre ureigensten Speisen, die am Heiligabend aufgetischt werden. Und viele freuen sich jedes Jahr schon auf die traditionellen Gerichte. Wer aber Lust hat, etwas Abwechslung auf den Teller zu bringen, muss deshalb nicht in die exotische Trickkiste greifen: Unsere kulinarische Tour stellt euch Weihnachtsspezialitäten aus den Bundesländern vor. Denn neben der kulinarischen Dreifaltigkeit – Gansl, Karpfen und Würstel – gibt es auch Besonderheiten, die es sich nachzumachen lohnt. Warum nicht mal in Wien ein Schmankerl aus Vorarlberg kredenzen? Oder in Salzburg ein echtes Kärntner Weihnachtsmenü ausprobieren? Lasst euch inspirieren – alle Zutaten könnt ihr original bei den AMA GENUSS REGION Betrieben aus den Regionen erstehen!

Burgenland: vielseitiger Genuss

Das östlichste Bundesland zeigt sich zu Weihnachten kulinarisch abwechslungsreich. Als Top-Favorit gilt das Gansl, das nicht nur zu Martini mit Rotkraut und Erdäpfelknödeln oder als Suppe auf den Tisch kommt. Aber auch Tafelspitz, Ente, Esterházy-Rostbraten oder geräucherter Lachs werden zu den Festtagen verzehrt. Süßes Highlight: die Burgenländer Kipferl (mit Walnuss-Schaum gefüllter Germteig).

Kärnten: selig geselcht

Im Süden werden zur stillen Nacht bevorzugt Selchwürstel gegessen. Dazu gibt es traditionell Sauerkraut und Schwarzbrot. Als Getränk wird häufig Most gereicht. Und als Nachspeise darf der berühmte Kärntner Reindling nicht fehlen: Germteig, gefüllt mit Walnüssen, Rosinen und Zucker. Übrigens: Wer ihn richtig original machen will, nimmt keine Gugelhupfform, sondern legt die Teigrolle schneckenförmig in ein „Reindl“ (daher auch der Name).

Niederösterreich: f(r)isch gekocht

Der Weihnachtskarpfen hat in vielen Haushalten Tradition. Neben Wien kommt er besonders häufig in Niederösterreich auf die festliche Tafel. Der „Waldviertler Karpfen“ ist weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt und wird in vielen Varianten zubereitet – z. B. als Mohnkarpfen mit Erdäpfeln. Ebenfalls aus dem Waldviertel stammt die Erbsensuppe mit Mohnnudeln und Kraut, die früher oft zu Weihnachten gekocht wurde. Zum süßen Finale gibt es Topfennockerl mit Röster oder Schneeballen, die aus einem Teig mit Sauerrahm und Weißwein geformt und in Schmalz herausgebacken werden.

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Oberösterreich: Sauerkraut, Störibrot und Schnittlsuppe

In Oberösterreich zählen Bratwürstel mit Erdäpfelsalat und Sauerkraut zu den beliebtesten Weihnachtsspezialitäten. Hier gibt es aber noch einige Besonderheiten: Etwa die vor allem nach dem Mettengang gereichte „Schnittlsuppe“, eine Brotsuppe mit gekochtem Schweinefleisch, oder das mit Anis und Kümmel gewürzte Störibrot, welches am Stefanitag Tradition hat. Als Xmas-Dessert passen beispielsweise Bratäpfel oder Mostkekse.

Salzburg: besinnlich löffeln

Der Heilige Abend beschert vielen Salzburger Haushalten eine Würstelsuppe. Bei dem weihnachtlichen Klassiker handelt es sich um eine Rindsuppe mit Mettenwürsteln (ungebrühten Kalbswürsteln) und Nudeln. Alternativ kommen auch Frankfurter oder Weißwürste zum Einsatz. In einigen Regionen ist außerdem mittags das „Bachlkoch“ Tradition. Dafür werden Milch und Mehl in Butter aufgekocht, mit Honig übergossen und am besten direkt aus der Pfanne gelöffelt.

Jause © AMA GENUSS REGION/wildbild.at

Steiermark: kalte Bescherung

Wer zu Weihnachten nicht am Herd stehen will, sollte einen Blick in die Steiermark werfen: denn hier werden am 24. Dezember besonders gerne kalte Platten (z. B. mit Aufschnitt und Pasteten) und Jägerwecken (Weißbrot, u. a. gefüllt mit Schinken, Käse, Essiggurkerln, Karotten und Frischkäse) kredenzt. Warmes Festtagsessen wie Braten oder Gans gibt es dann oft am Christtag. Als Nachspeise werden gerne Kekse (z. B. Anisbögen) oder Kletzenbrot serviert.

Tirol: stille Nacht, deftige Nacht

Wo viele Berge sind, ist meist auch reichhaltige Küche nicht weit. So auch in Tirol, wo zu Weihnachten bevorzugt eine kräftige Fleischsuppe mit Nudeln und Würsteln, süß oder pikant gefüllte Schmalznudeln sowie Blutwurst oder Schweinsbraten auf den Tisch kommen. Ganz wei(h)nachtlich zumute wird’s einem auch bei der Nachspeise: Für die Tiroler Weinnudeln wird Grießteig in eine schupfnudelähnliche Form gebracht und in Glühwein oder Beerensaft serviert.

Ordentlich satt macht übrigens auch eine weihnachtliche Spezialität, die hauptsächlich in Osttirol und im Kärntner Lesachtal beheimatet ist: Der „Blattlstock“ besteht aus in Schmalz gebackenen Germteigfladen („Blattln“), die abwechselnd mit Mohnfülle und zerlassener Butter aufgetürmt werden. 

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Vorarlberg: festlich mit Käse

Das Ländle ist bekannt für seine herrlichen Käsesorten. Kein Wunder, dass auch die Weihnachtsspezialitäten nicht ohne auskommen. Während Raclette oder auch Fondue andernorts häufig an Silvester zubereitet werden, sind sie hier auch unterm Christbaum sehr beliebt. Zudem setzen viele Vorarlberger auch auf frische Kalbsbrat- oder Metten-Würstel mit Sauerkraut oder Mayonnaisesalat. Karpfen zählt hier nicht zu den Klassikern.

Wien: Hauptsache Karpfen

In der Bundeshauptstadt steht – ähnlich wie in Niederösterreich – der Karpfen ganz oben auf dem weihnachtlichen Speiseplan. Ob als Filet, Suppe, Sülzchen oder gefüllt: der traditionelle Fisch ist in allen Varianten zu finden. Besonders beliebt: Backfisch mit Erdäpfel- oder Gurkensalat, Salzerdäpfeln sowie Sauce Tartare oder Remoulade. Übrigens bevorzugen die Wiener auch zu Silvester Fisch. Dann aber als Biskotten in Fischform, die – vom Schwanz weg geknabbert – Glück bringen sollen.

Mohnwirt Neuwiesinger © Netzwerk Kulinarik

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