Osttiroler Kartoffel

Kartoffeln wurden wahrscheinlich schon vor etwa 7.000 Jahren in Peru kultiviert. 1536 kamen sie dann von Südamerika nach Spanien und von dort aus ins übrige Europa. Vermutlich wurden Erdäpfel 1620 erstmals im Kloster Seitenstetten angebaut. Während des bayrischen Erbfolgekrieges (1778 bis 1779) wuchs die Akzeptanz der Erdäpfel als Lebensmittel.

Etwa um das Jahr 1775 kam die Kartoffel durch Händler und Saisonarbeiter aus dem Süden nach Osttirol. Anfangs wurden die Kartoffeln jedoch hauptsächlich als Schweinefutter verwendet, verdrängten aber bald Gemüsesorten wie Linsen, Erbsen und Bohnen.

Die Zerstörung des Erdäpfelanbaus durch die Kraut- und Knollenfäule um die Mitte des 19. Jahrhunderts und die Kartoffelkläferplage 1974 führte zur Züchtung widerstandsfähigerer Sorten sowie Verbesserung der Pflegetechnik und des Pflanzenschutzes. In Osttirol wird seit den 1930er Jahren Kartoffelanbau im größeren Umfang betrieben.

Die Bodenbeschaffenheit und das Klima in Osttirol vermindern die Vermehrung von Erdäpfelschädlingen und Krankheiten. Raue Nächte verzögern das Wachstum und führen zu einer hohen Qualität und zum besonderen Geschmack. Die heutigen Hauptsorten der Osttiroler Kartoffel (Solanum tubersoum L.) sind Ditta, Innovator, Agria, Krone, Bettina, Agata, Ostara, Ukama, Bionta, Sigma und Villgrater.

Traditionelle Gerichte aus der Kartoffel sind Osttiroler Schlickkrapfen, Tiroler Gröstl, Schölfeier, Kartoffelgratin und Kartoffelgulasch.

Foto © Rita Newman